Wie beantrage ich eine Stundung beim Finanzamt?

Eine Steuerstundung kann dir helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken, indem du die Zahlung deiner Steuerschuld aufschiebst. Hier erfährst du, wie du eine Stundung beim Finanzamt beantragst und welche Schritte du beachten musst.

Was ist eine Stundung?

Eine Stundung ist eine Zahlungsaufschiebung deiner Steuerschuld. Das Finanzamt gewährt dir eine Fristverlängerung, um deine Steuerzahlungen zu leisten. Dies kann bei vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten sinnvoll sein.

Der Antrag auf Stundung muss gut begründet sein. Du musst darlegen, warum du die Steuerzahlung momentan nicht leisten kannst und wann du voraussichtlich wieder zahlungsfähig bist.

Eine Stundung wird in der Regel nur gegen eine angemessene Verzinsung gewährt. Die Zinsen betragen aktuell 0,5 % pro Monat auf den gestundeten Betrag.

Voraussetzungen für die Stundung

Nicht jeder Antrag auf Stundung wird vom Finanzamt akzeptiert. Du musst nachweisen, dass die sofortige Zahlung der Steuer deine wirtschaftliche Existenz gefährdet.

Das Finanzamt prüft deine Vermögensverhältnisse genau. Dazu gehören Einkommensnachweise, Kontoauszüge und eventuell weitere finanzielle Unterlagen.

Außerdem muss der Stundungsantrag rechtzeitig gestellt werden. Spätestens sollte er eingereicht werden, bevor die Forderung fällig wird.

Stelle den Stundungsantrag rechtzeitig, bevor die Steuerforderung fällig wird. Sonst riskierst du Mahngebühren oder Säumniszuschläge – auch wenn dein Antrag später bewilligt wird.

Wie stelle ich den Antrag?

Den Antrag auf Stundung kannst du schriftlich bei deinem zuständigen Finanzamt einreichen. Alternativ ist auch eine elektronische Einreichung über ELSTER möglich.

In deinem Antrag solltest du die Höhe der zu stundenden Steuer, die gewünschte Dauer der Stundung und die Gründe für deinen Antrag ausführlich darlegen.

Es ist ratsam, dem Antrag alle relevanten Unterlagen beizufügen, um die Bearbeitung zu beschleunigen. Dies können Gehaltsabrechnungen oder andere Nachweise deiner finanziellen Situation sein.

Lege deinem Antrag gleich alle relevanten Unterlagen bei – etwa Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge. Das beschleunigt die Bearbeitung und untermauert deine finanzielle Situation.

Fristen und Bearbeitungsdauer

Die Bearbeitungszeit eines Stundungsantrags kann variieren. Üblicherweise dauert es einige Wochen, bis du eine Rückmeldung vom Finanzamt erhältst.

Es ist wichtig, den Antrag rechtzeitig zu stellen, idealerweise bevor die Steuerforderung fällig wird, um Mahngebühren oder Säumniszuschläge zu vermeiden.

Falls der Antrag bewilligt wird, erhältst du eine schriftliche Bestätigung mit den neuen Zahlungsbedingungen und der Dauer der Stundung.

Zinsen und Kosten der Stundung

Für die Dauer der Stundung berechnet das Finanzamt Zinsen auf den gestundeten Betrag. Diese betragen derzeit 0,5 % pro Monat.

Die Zinsen stellen sicher, dass der Staat für den Aufschub der Steuerzahlung eine Entschädigung erhält. Diese Kosten solltest du bei der Planung deiner Finanzen berücksichtigen.

Es ist wichtig zu wissen, dass auch während der Stundungszeit andere Verpflichtungen, wie Vorauszahlungen, weiterhin zu leisten sind.

Was passiert bei Ablehnung?

Wird dein Stundungsantrag abgelehnt, bleibt die Steuerforderung bestehen und muss fristgerecht beglichen werden, um weitere Kosten zu vermeiden.

Du hast die Möglichkeit, gegen die Ablehnung Einspruch einzulegen. Dies sollte gut begründet und mit neuen Informationen untermauert sein.

Alternativ kannst du versuchen, mit dem Finanzamt eine Ratenzahlung zu vereinbaren, um die finanzielle Belastung zu verteilen.

Alternative: Ratenzahlung

Statt einer Stundung kannst du auch eine Ratenzahlung mit dem Finanzamt vereinbaren. Diese kann dir helfen, die Steuerlast auf mehrere Monate zu verteilen.

Für die Ratenzahlung gelten ähnliche Voraussetzungen wie für die Stundung. Auch hier verlangt das Finanzamt Zinsen auf den offenen Betrag.

Ein Vorteil der Ratenzahlung ist, dass du kontinuierlich Zahlungen leistest und damit die Schuld schrittweise abträgst.

Rechenbeispiel

Du beantragst eine Stundung für eine Steuerschuld von 5.000 € für sechs Monate.

Gestundeter Betrag5.000 €
Zinsen (0,5 % pro Monat)150 €
Gesamtschuld nach Stundung5.150 €

vereinfacht

TippStelle deinen Stundungsantrag frühzeitig und sorge für eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation deiner finanziellen Situation.

Häufige Fragen

Kann ich einen Stundungsantrag online stellen?

Ja, du kannst den Antrag über ELSTER online beim Finanzamt einreichen.

Welche Unterlagen benötige ich für den Antrag?

Einkommensnachweise, Kontoauszüge und Nachweise über deine finanzielle Situation sind hilfreich.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Stundungsantrags?

Die Bearbeitung kann einige Wochen in Anspruch nehmen, abhängig vom Einzelfall.

Was passiert, wenn mein Antrag abgelehnt wird?

Du musst die Steuerforderung fristgerecht begleichen oder eine Ratenzahlung vereinbaren.

Muss ich während der Stundung Zinsen zahlen?

Ja, das Finanzamt berechnet Zinsen in Höhe von 0,5 % pro Monat auf den gestundeten Betrag.

Autor: Redaktion Finanzamt24 • letzte Änderung: 28. Januar 2026

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und wurde nach bestem Wissen erstellt. Er ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben – insbesondere Beträge, Pauschalen, Fristen und der Rechtsstand – können sich ändern; eine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir nicht (ohne Gewähr). Verbindliche Auskünfte erteilt das zuständige Finanzamt; für eine persönliche Beratung wende dich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

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